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Veranstaltungen in Berlin » Deutsche Oper Berlin » MACBETH

MACBETH

Datum:

Montag, 19. März 2012 um 19:30

 
Location:

 
Adresse:

Bismarckstraße 35
10627 Berlin

 
Eintritt:
24.00
 
Eingetragen von:
KoelnTicket.de
 

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MACBETH
Hochgeladen von: iloveantoni

MACBETH

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi

Dichtung von Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach William Shakespeare

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Hexen prophezeien Macbeth, er werde König von Schottland. Ahnherr künftiger Monarchen werde aber nicht er, sondern Banco. Angetrieben von der Machtgier seiner Gattin bringt sich Macbeth durch Königsmord und zahllose Greueltaten in den Besitz der Krone und damit auf Schottlands Thron. In der Verfolgung dieses Zieles, vernichtet er alles, was sich ihm widersetzt. Der Preis für den ist freilich Wahnsinn: Lady Macbeth kann sich nicht vom Blut der Ermordeten befreien der Tyrann selbst entkommt nicht dem düsteren Schicksalsspruch der Hexen.

Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist phantastisch Giuseppe Verdis Einschätzung seiner Vertonung von William Shakespeares wohl düsterstem Drama weist auf die Zuordnung ins Genre der romantischen Oper hin. Hexen, Geister, Erscheinungen, alles Unheimliche, das Gesang wie Szene beherrscht, lassen sich tatsächlich als äußeres Bild innerer Zustände der Protagonisten verstehen: MACBETH ist aufgrund der romantischen Grundausrichtung weitaus stärker eine Einladung zu psychologischer Deutung als es viele der Vorgängerwerke von NABUCCO über ERNANI bis ATTILA waren.

In seinem Bemühen, Shakespeares Vorlage zu entsprechen, ließ Verdi weder sich selbst noch seinen Librettisten Francesco Maria Piave und Andrea Maffei Lässlichkeiten durchgehen. Entschlossen, etwas außerhalb des Üblichen zu machen, zeigte der Komponist unerbittlich fordernd. Damit gelangen ihm musikalisch entwickelte Persönlichkeiten wie nie zuvor, und er distanzierte sich von den Konventionen der traditionellen italienischen Oper auf bislang ungekannte Art.
Durch dieses Werk ist der Keim gelegt für die psychologische Oper modernen Zuschnitts, die weitaus häufiger zunächst mit dem Wagnerschen Musikdrama assoziiert wird.

Musikalische Leitung: Ivan Repusic

Inszenierung: Robert Carsen (2011)

Bühne: Radu Boruzescu

Regisseur Robert Carsen ist schon ein raffinierter Geschichtenerzähler - und Diktaturen sind altbewährte Herrschaftsmodelle, gerade auch auf der bürgerlichen Opernbühne, gegen die es sich leidenschaftlich ansingen lässt. Carsen hat Macbeth, den Ur-Bösen seit Shakespeare, aus dem Schottischen des 11. Jahrhunderts hinein ins 20. Jahrhundert katapultiert. Die Meuchelmörder sind biedere Schreibtischtäter, ihre Auftraggeber gehören zur Führungsclique einer ordensbehängten Militärjunta. Carsen zeigt die Blutflecken an der grauen Mauer, einer Bunkerwand, und den grotesken Personenkult, präsentiert Fähnchenschwinger und überhaupt viel Uniformität. Einmal öffnet sich Macbeths großer Kleiderschrank, es hängt eine einzige Uniform drin. In ihr verbirgt sich sein ganzer Lebenssinn. Am Ende wird Macbeths Nachfolger Malcolm nur eine andere Uniformjacke anziehen und sich eine neue Schirmmütze aufsetzen. Der Diktator ist tot, es lebe der Diktator! (Berliner Morgenpost)

Die beiden ergreifendsten Nummern des Abends gehören dem Beginn des vierten Aktes und folgen unmittelbar aufeinander. Zunächst sickert der Chor ins Bild wie die Essenz menschlichen Unglücks, dieser von William Spaulding so fabelhaft einstudierte, innerlich allzeit bewegte und hoch präzise, klangerotische Chor der Deutschen Oper Berlin. Menschen aus der lang versunkenen Welt hinter dem Eisernen Vorhang treten da an die Rampe, graue Mäuse in graumäusiger Klamotte, klagen an, die Umstände, das Morden, sich selbst, alles. Finden eine Stimme, weil Giuseppe Verdi ihnen eine gibt, in einem der schönsten Gefangenenchöre der Opernliteratur: Patria oppressa, unterdrücktes, geplagtes, geschundenes Vaterland. Währenddessen dreht sich einer nach dem anderen um und heftet ein Foto an die den Abend beherrschende Betonmauer. Eine Galerie ergibt sich, wie man sie aus Diktaturen kennt, eine Fahndungsfotogalerie der Gefolterten und Gemeuchelten, Um-die-Ecke-Gebrachten und Vermissten. Väter, Mütter, Töchter, Söhne ,immerfort läutet die Sterbeglocke doch niemand hat den Mut eine Träne zu vergießen'. Und Schnitt und Auftritt Macduff im Kriegsherrenmantel und Schattenriss, die zweite tolle Nummer. Macduff ist der Rächer aus dem Exil, der, bevor er zur Tat schreitet und Macbeth richtet (der sich in seinem Macht- und Blutrausch längst selbst gerichtet hat), noch einmal den Schmerz besingt, pars pro toto: ,O figli, o figli miei'. Pavol Breslik macht das mit einer Intensität und einer emphatischen Mühelosigkeit im Tenor, dass es einem vor Schönheit das Herz abschnürt. Leiden, sagt Verdi, hat nur dort einen Sinn, wo es Mit-Leiden erzeugt. Schade, dass die Arie nicht viel, viel länger ist. Dieser ,Macbeth' an der Bismarckstraße ist gelungen und provoziert Diskussionen. Ein Schluss mit Aplomb, denn die Aufführung ist gut. Wen schert es da, woher sie kommt, wer wann das Bühnenbild gebaut hat. (Der Tagesspiegel)


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Die Veranstaltung "MACBETH" wurde am Donnerstag, 19. Mai 2011 von KoelnTicket.de im openeventnetwork eingetragen.

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