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Till Krause: Kunde von Nirgendwo

Till Krause: Kunde von Nirgendwo
Hochgeladen von: mrh.events
Quelle: Till Krause

Freie Flusszone Süderelbe. Hypothetische Schließung für die Binnenschifffahrt. ist ein Kunst- und Forschungsvorhaben der Galerie für Landschaftskunst, einem freien Künstlerprojektraum in Hamburg, zur Neubestimmung eines Landschaftsraumes. Bei Hamburg spaltet sich die Elbe für einige Kilometer in zwei Arme, beide sind zu kanalähnlichen Schifffahrtsstraßen umgebaut. Wäre es angesichts dieser Doppelung möglich, einen Teil des einen Arms aus der ökonomischen Nutzung zu lösen? Was würde dann hier geschehen und welch ein neuartiger Stadt- und Landschaftsraum könnte sich entwickeln? Der etwa sieben Kilometer lange Abschnitt der Süderelbe zwischen Elbbrücken und Bunthäuser Spitze wird zur Freien Flusszone erklärt. Das Projekt wurde 2011 von Till Krause initiiert und entwickelt gemeinsam mit vielen Beteiligten in Aktionen, Kunst und wissenschaftlicher Forschung die Idee von einem neuen Fluss- und Stadtraum.

In den Vitrinen des Kunstvereins Harburger Bahnhof wird im Frühjahr 2021 eine besondere Entdeckung aus dem Gebiet der Freien Flusszone präsentiert.



„Kürzlich machten wir in dem Dorf Bullenhausen ganz in der Nähe Harburgs einen Fund. Auf einer Seitenstraße in einem Sperrmüllhaufen lagen fünf Papierblätter mit einem Textausdruck, überschrieben mit der Zeile Abschrift nach den Papieren meiner Urgroßmutter Natalie Liebknecht. Ein vergessener Abschnitt aus William Morris’ KUNDE VON NIRGENDWO. Da uns der Fund eigenartig vorkam, nahmen wir ihn mit und begannen nachzuforschen. Natalie Liebknecht (1835–1909), im Netz ist wenig über sie zu finden, aber sie muss Erstaunliches bewirkt haben. Ihr Leben war eng mit der frühen sozialistischen Bewegung des 19. Jahrhunderts verbunden. Gemeinsam mit der Schriftstellerin Clara Steinitz (1844–1931) fertigte sie die erste deutsche Übersetzung von William Morris’ Roman News from Nowhere an. William Morris (1834–1896) war ein in England lebender Künstler, dessen Tätigkeit Malerei, Kunstgewerbe, Architektur, Dichtung bis hin zu den Ingenieurs- und Buchdruckkünsten vereinte. 1890 erschien seine Erzählung News from Nowhere – ein idyllischer Traum von einer zukünftigen Gesellschaft nach der kommunistischen Revolution – in The Commonweal, der Zeitschrift der britischen Socialist League. Bereits 1892/1893 erschien die Übersetzung unter dem Titel Kunde von Nirgendwo in der sozialistischen Zeitschrift Die Neue Zeit in Deutschland.



Der Text scheint zunächst von einem unbedeutenden Spaziergang zu handeln, aber schnell führt er zu merkwürdigen Beschreibungen und Gedanken. Ein vergessener Abschnitt des Romans, so heißt es im Manuskript. Vergessen von William Morris? Von den Übersetzerinnen? Aus motivischen Vergleichen könnte man folgern, der Text stehe in Verbindung mit dem fünften Kapitel des Romans. Aber weder in den bekannten Veröffentlichungen noch in zugänglichen Handschriften von William Morris existiert eine solche oder ähnliche Passage.



Und ein weiterer Umstand scheint uns merkwürdig: der Fundort. Bullenhausen ist Teil eines Gebietes entlang der Süderelbe, das wir 2011 zur Freien Flusszone ausgerufen haben – gepaart mit der These der hypothetischen Schließung für die Binnenschifffahrt. Die verschiedensten Aktionen von Kunst bis hin zu naturwissenschaftlicher Forschung kreisen seitdem um das Gebiet, einige leise und ganz um ihrer selbst willen, andere lauthals und herausfordernd. Was ist das für ein Gebiet, was könnte hier sein? Könnte es den auferlegten ökonomischen Funktionen und Beschränkungen entrissen werden und sich völlig verwandeln? Ausgerechnet hier ein solches Manuskript zu finden kommt uns wie eine Frage oder Aufforderung vor. Darum entschließen wir uns zur Veröffentlichung. In den Vitrinen des Kunstverein Harburger Bahnhof soll der Fund nun zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Von den Vitrinen aus führen mehrere Führungen und Streifzüge in das Gebiet der Freien Flusszone und zum Fundort.“



(Text: Till Krause)

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Till Krause: Kunde von Nirgendwo bei popula: Die Daten zu "Till Krause: Kunde von Nirgendwo" sind auf dem Stand des 16. Mai 21. An diesem Tag wurde der Termin angelegt. Die Veranstaltungsorte  liegen in der näheren Umgebung von Kunstverein Harburger Bahnhof e.V.. Dieses Event am Sonntag ist nur ein Termin von insgesamt 10799 in der Stadt Hamburg - Teil des Kreis Hamburg, die z.B. in den Kategorien Ausstellungen, Flohmarkt und Oper zu finden sind. Leider gibt es derzeit in keiner weiteren Stadt eine Veranstaltung mit dem Titel Till Krause: Kunde von Nirgendwo, also bleibt ein Besuch in Hamburg unerlässlich, um den Termin wahrzunehmen. Till Krause: Kunde von Nirgendwo belegt keinen Rang der Top100 der beliebtesten Veranstaltungen in der Stadt Hamburg. Mit unseren Widgets kannst du dir Termine auch auf deine Webseite und deinen Blog einbauen. Wenn es sich hier um deine Veranstaltung handelt, kannst du an dieser Stelle Bearbeitungsrechte beantragen und weitere Informationen hinzufügen oder eine Anzeige auf einer Vielzahl von Portalen im Web buchen. Infos hierzu findest du unter www.openeventnetwork.de.

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Die Veranstaltung "Till Krause: Kunde von Nirgendwo" wurde am Freitag, 12. März 2021 von mrh.events im openeventnetwork eingetragen.
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Till Krause: Kunde von Nirgendwo, Sonntag, 16. Mai 2021, Kunstverein Harburger Bahnhof e.V.